I
Auf

König Hans, genannt der Glücklichste, fühlt sich am wohlsten, wenn er träumt. So mischt er sich am liebsten wie der junge Raschid unerkannt unters Volk und läßt sich von der Menge bis zum Strand treiben. Er genießt dann – wohlwissend, was geschehen wird – das Erstaunen der Leute beim Anblick der heranrasenden Flutwelle, die die Badenden mit sich reißt, die Matten und Sonnenschirme und Picknickkörbe und zu nah am Wasser geparkten Autos und Eisverkäufer und Umkleidekabinen und Sandspielzeug und Rettungsschwimmerhochsitze und Imbissbuden und altmodische Kofferradios verschlingt und die lauten Schreie der Schwimmer und Surfer und Sonnenhungrigen ebenso übertönt wie das Bersten der kleinen Segelschiffe und das Platzen der Schlauchboote, was von Ferne aussieht, als würde die Welle mit unsichtbaren Nadeln Luftballons zerstechen.

Wenn dann die Flut schließlich an der höchsten Stelle des Deichs bricht und das Wasser auch diesen Punkt noch sanft schuhsohlenhoch überspült, auf den er sich mit einigen Glücklichen seines Volkes zurückgezogen hat, bekommt auch Hans König nasse Füße. Das Gurgeln und Rauschen der Wassermassen ist aber immer noch so laut, dass er die Schreie der Untertanen nicht zu deuten weiß: ist es überschäumende, lustvolle Panik wie in der Achterbahn, die in die Tiefe rast, oder schieres Entsetzen und Todesangst?

Doch Letzteres mag er gar nicht erst in Betracht ziehen angesichts der dröhnenden, überwältigenden Majestät dieses Schauspiels.

Gestalten sitzen und stehen auf einem Fels inmitten der Brandung und ergötzen sich an den wagemutigen Schwimmern.